Freitag, 15. Juni 2007

Nokia 770 als USB Host

Guten Tag gehabt zu haben!

Ich erspähte heute Mittag endlich die Möglichkeit einen lange gehegten Wunsch zu äußern und eine mir bereits ausreichend bekannte Möglichkeit des Nokia N770 InternetTablet mit einem USB Host auszustatten.

USB Host? Was soll denn das bitte sein?

Alles in allem ist es genau die Komponente eines PCs, an die man Mäuse, Webcams, mobile Festplatten etc. pp anschließt.

Das schöne am N770 ist, dass das Gerät bereits einen brach liegenden Host-Controller mit bringt, welcher normalerweise eben als Client konfiguriert ist.
Ist das Gerät nach diesem Artikel nun als Host konfiguriert, kann man theoretisch jedes USB Gerät an das Nokia N770 anschließen und sich über die damit verbundenen unendlichen Möglichkeiten freuen -> z.B. nen GPS Navi auf Basis des 770 mit billigen PC Geräten!

Zunächsteinmal muss man wissen, dass alles, was man an Informationen aus diesem Artikel bekommt und anwenden möchte auf das eigene Risiko zurück fällt! Ich hafte nicht für Schäden, die durch unsachgemäßes Arbeiten entstanden sind! Dieser Versuch sollte daher nur von Leuten durchgeführt werden, die auch etwas vom Löten verstehen!

Das auf dem N770 laufende Betriebsystem heißt Maemo und ist derzeit in der Version OS2006 erhältlich.
Man benötigt um weitere Arbeiten ausführen zu können ein laufendes Linux und den so genannten Flasher-3.0.

Außerdem sollte man sich diese Seite genau anschauen! Dort wird unter anderem beschrieben wie der Adapter zu verkabeln ist. Zweckmäßig ist, dass man root Rechte auf dem Nokia besitzt, also schaue man sich auch diese Seite nochmal genau an. Meiner Meinung nach der sicherste Weg root zu werden, ohne das Gerät zu beschädigen, außerdem besitzt man nun auch gleich SSH Zugriff über WLAN, was ganz unterschiedliche Vorteile hat. Zum Beispiel kann man über WinSCP auf das Gerät zugreifen und Dateien hin und her verschieben, wie man möchte.

So, ist man nun root, und hat sich erfolgreich einen kleinen Adapter wie diesen hier gelötet
, so kann man beginnen. In diesem Fall handelt es sich lediglich um eine doppel-USB-Buchse, dessen Beine man einfach so umbiegt und verlötet, dass beide Buchsen Parallel geschaltet werden. Nun verbindet man die beiden äußeren Pins, GND und VDD+5V mit zum beispiel einem PC-Netzteil und könnte sein Nokia in eine der beiden Buchsen stecken. Bitte unbedingt die Polung beachten! Ein verpolen zerstört das teure Nokia N770!!


Nun hat man eine kleine Testumgebung, mit der man rumprobieren kann. Um das N770 nun zum Host zu machen, verwendet man das Flasher-Tool:
Nokia komplett ausschalten, wenn es aus ist, das USB-Kabel in Nokia und PC einstecken.
Console öffnen:
#> flasher-3.0 --enable-usb-host-mode

Das Programm wartet nun auf das Nokia, also schalten wir es ein. Der Bootloader des Nokia wird aktiviert (zu erkennen am kleinen USB-Logo in der Rechten Seite). Das Flasher-Tool sollte nun etwas ausgeben wie "Device is now in Host-Mode". In dem Fall ist alles glatt gelaufen. Hier sollte eigentlich kein Problem existieren.

Jetzt entfernen wie das USB-Kabel aus dem PC und stecken es in unseren neuen Adapter. Auf dem Screen des N770 sollte nun "USB-Kabel verbunden" auftauchen. Durch einstecken des USB-Kabels in die Buchse wird der interne Kontroller mit Spannung versorgt und damit aktiviert. In die andere Buchse können nun beliebige USB-Geräte eingesteckt werden. Beispielsweise USB-Speicherkartenleser, oder auch Hubs, Tastaturen, Mäuse, Festplatten... alles wofür men einen Treiber bekommt oder auf Standarttreiber zurück greifen kann.

Gibt man auf dem Nokia nach einstecken eines USB-Stick nun # dmesg ein, wird folgendes ausgegeben:
Der zugegebenermaßen schlechte "Screenshot" zeigt das an ein Massstorage Device angeschlossen wurde und mit 2007 MB erkannt werden konnte und unter /dev/sda zu finden ist.
Schnell geben wir

# mount /dev/sda1 /media/mmc2

ein und können nun mittels

# cd /media/mmc2

darin herum browsen und Dateien bearbeiten, lesen, speichern.... Was man halt so mit USB-Sticks macht.

Fazit: Mit einem Zeitaufwand von ca. einer Stunde kann man ein kleines unscheinbares Gerät zu einem echten Highlight machen. Nie war die Erweiterung eines Gerätes einfacher, wenn es ursprünglich eigentlich nicht vorgesehen war.

Ich habe heute bereits einen USB-Stick, einen USB-GPS Empfänger und eine USB-Maus zum laufen bekommen. Tastaturen sollen ebenfalls auf Anhieb laufen. Da es beispielsweise von Cherry sehr kleine Tastaturen für USB gibt, sind so auf Reisen sogar längere Mails oder der abendliche Chat möglich! Auch kann man so ganze Filme auf einer billigen USB-Festplatte mit sich nehmen und ohne großen Laptop nochmal ein Filmchen schauen! Ist das nicht was?

Kommentare:

Benjamin hat gesagt…

Das ist ziemlich fett! Sehr geile Sache - habe ja auch mal angefangen mich mit dem Thema USB auseinanderzusetzen, um eigene USB-Applikationen zu bauen, allerdings ist USB sehr umfangreich und kompliziert, daher habe ich das zunächst einmal etwas auf Eis gelegt, weil ich momentan an anderen Dingen arbeite!

P.S.: Besorg dir mal ne geilere Digi-Cam - jede 50€ Kamera produziert bessere Bilder, als die im Artikel!!!

Timo Birnschein hat gesagt…

Das liegt daran, dass es grade ne Webcam war :)

Aber ja, komme ich auch noch zu. nach dem neuen Rechner, der evtl nächsten monat oder so kommen könnte...

Anonym hat gesagt…

Habs genauso gemacht wie du. Mein Nokia läuft auch im usb-hostmode. Kann als Tastatur die Keysonic Nano empfehlen. Die Cherrytastatur kriegt man hier ziemlich schlecht. ;)