Freitag, 18. Januar 2008

Darstar One und anderer .....

Soso, Darkstar One ist schon alt.

Alt in der PC-Spiele Welt ist natürlich recht relativ, aber in diesem Fall muss man einfach sagen, dass es schon eine weile auf dem Makt ist, als 10 Euro Version verfügbar und unheimlich schlecht dokumentiert wurde. Warum das alles?

Nun ja, fangen wir mal beim Kauf und der Installation an. Man legt die DVD ein und installiert. Danach läd man fleißig den Patch auf 1.3 runter und installiert. Dann will man natürlich spielen und klickt auf das Programm. Plötzlich kommt eine Meldung, man besäße nicht die original DVD, was einem doch etwas komisch anmutet, wenn man nochmal auf seine MediaMarkt Rechnung schaut.
Nach einigen Versuchen geht man ins Netz und sucht nach einer Lösung zu dem Problem.
Interessanter weise geht es sehr vielen Usern so, bis irgendwann auffällt, dass nur die Bugett-User dieses Problem haben. Man überlegt und findet später sogar einen Beitrag der meint: neu installieren und nicht patchen geht.

Machen wir das....

Oha, es geht wirklich. Verwundert bemerkt man, dass das Spiel bereits v1.3 ist! Wie kann das sein, wo man doch garnicht gepatcht hat? Wie kann das sein, wo doch im Changelog auf der DVD nur Version 1.1 angesprochen wird? Wie kann es überhaupt sein, dass das Spiel nun sogar ohne DVD startet?

Des Rätzels wahrscheinlichste Lösung ist, dass Ascaron kein Geld mehr für den Kopierschutz ausgeben wollte und diesen einfach in der Buget-Version entfernt hat. Fragt sich allerdings, warum zum einen nicht verhindert wird, dass man den Patch 1.3 installieren kann (Frust vorprogrammiert) und nicht mit einem Wort erwähnt wird, dass man bereits 1.3 hat! (Frust entsteht)

Endlich im Spiel ist man von der hübschen Optik sehr angetan. Vom Sound allerdings nicht. Insbesondere die Sprachausgabe regt doch sehr die Gallenschleimproduktion an, so dass man irgendwann eine englische Version herunter läd und das Spiel von Deutsch in Englisch umbastelt (man hat ja nun ne original Lizenz).... danach ist das Spiel dann einigermaßen anhör- und damit spielbar. Es kommt einem gradezu groß vor.

Nach ein paar Missionen jedoch stellt man erstaunt fest, dass alle Sektoren gleich aussehen. Die wenigen Artefakte, die man einsammeln kann sind sogar bereits auf der Karte markiert. Also rein ins System, hin zum großen Asteroiden fliegen, einsacken, fertig. Kein Suchen, kein Entdecken, keine Motivation. Mal abgesehen vom gelungenem Ausbau des einen Schiffes, das man fliegen kann. Den "Plasmawerfer" habe ich magels vernünftiger Anleitung immernoch nicht durchschaut - nehmt euch mal ein Beispiel an den 10 Euro Versionen von GTR und GTR2. Deren Handbücher sind 40 Seiten dick und gedruckt dabei.

Naja, also weiter in der Geschichte und der Ausrüstung: Zunächsteinmal haben die Entwickler einen ganz entscheidenen Fehler gemacht. Tut mir wirklich leid, dass ich so anfange, aber es ist einfach ein Fehler, dass musste euch doch klar sein: Man sucht seinen Vater und begibt sich dazu auf einen Rachefeldzug quer durch das Universum. Hm wo ist der Fehler? Man sucht einen Familienangehörigen! Wo ist das Problem? Wenn ich ein Spiel spiele, will ich nicht, dass man mir eine Ersatzfamilie aufdrengt, die ich evtl garnicht will.
Konstruieren wir dazu mal ein paar Fälle:

  1. Eigene Familie ist murks. Würde man dann seinen Vater rechen wollen?
  2. Eigene Familie ist super. Würde man dann seinen Vater verlieren wollen?
  3. Man hat keinen Vater mehr...
  4. Man will keinen Vater....
Gut, für manchen mag das nicht so klar sein, worauf ich damit eigentlich hinaus will. Also mal so: Ich halte es für den absoluten Quatsch in ein Spiel eine Familienangelegenheit hinein zu bringen. Jeder Mensch hat vollkommen andere Ansichten von Familie, Freundin und Freunden, so dass der Author in praktisch keinem Fall den Geschmack des Spielers treffen kann. Er muss also scheitern, auch wenn er meint es wäre ne gute Geschichte. Wenn ich in einem Weltraumspiel meine Frau suche, selbst aber erst 14 bin, kann ich überhaupt nicht verstehen, warum mich das antreiben sollte. Wenn ich einen Freund suche, eigentlich aber mehr als genug habe, dann ist auch das vielleicht nicht sonderlich spannend, zumal man auch nie erfährt warum man eigentlich Freunde ist - es sei denn es wird auf ganz banale Art und weise gezeigt, und dann ist es wieder lächerlich.

Klar, man kann nicht immer "Rette die Welt" Geschichten schreiben, jedoch stellen diese sich in den meisten Fällen als sehr viel besser und cooler inszenierbar dar.

Bleiben wir beim schlechten und kommen wir zum Charakter selbst. Man spielt einen kompletten Idioten! "Warum das? Der Typ ist doch voll cool!" Nein. Ist er nicht.

O-Ton: Bösewicht: "Nein, ich kann sie jetzt noch nicht frei lassen, was du getan hast ersetzt noch nicht, was sie mir schuldet" (erwähnte ich, dass man da grade seine mögliche zukünftige Freundin sucht, die nicht hübsch ist und als Copilot die ganze Zeit und unermüdlich mit dummen und stets wiederkehrenden Sprüchen nervt, wie: "Hey schau mal, der Bossgegner hat einen Container hinterlassen" [ach was, hab ich garnicht gesehen], auf der Suche nach seinem Vater? - schlimme Jugend)
"Aber wir hatten eine Abmachung und nun brichst du sie?", sagt der Held.
"Ich breche niemals mein Wort!! .... Du musst mir noch drei gefallen zun, dass lasse ich sie frei..."
Held: "Hm, aber dann aber auch wirklich!?"
"Du hast mein Wort.."
"hmmm.... ", Held blendet aus

Achso, klar. Nagut, weil der alte Sack meint, er könne die Spielregeln ändern, machen wir einfach mit, weil er wird schon sein Wort halten, obwohl er es grade gebrochen hat. Ich habe leibhaftig geschrien, als ich das gesehen habe, dass ich sowas wirklich allen ernstes Spiele. Da steht der scheinbar 19 Jährige Held, frisch von der Academy, exzellenter Abschluss und lässt sich derart naiv über den Tisch ziehen? Da wird einem leider schlecht. Das ist nur ein Beispiel für eine der sonst wenigstens grafisch einigermaßen hübschen Zwischensequenzen...

Als nächstes die Waffensysteme. Keine spannenden Bezeichner, keine spannenden Ausreißer. Wenn ich einen Bosgegner kille, bekomme ich evtl eine "Geheimdienstwaffe MK2" ("Hey schau mal, der Bossgegner hat einen Container fallen gelassen!"), irgendwann gibts dann auch "Military Geheimdienstwaffe" XY... ("Wow, jetzt gehts los..." - schnauze! ... hm, ich könnte mal versuchen die ganzen Sprüche-MP3s einfach zu löschen - gute Idee eigentlich) junge junge.

Nunja, die Grafik ist wirklich hübsch. Die Systeme sehen sehr gut aus, die Planeten sind ebenfalls sehr sehenswert. Allerdings gibts auch hier leider heftige Logik-Lücken. Die Systeme sehen aus, als hätte man ein Sonnensystem genommen, und die Abstände zwischen den Planeten um das 100000fache verringert, den Rest aber so gelassen. Deswegen schweben mehrere Monde bei diversen Planeten direkt über der Planetenoberfläche, es sind alle Planeten des Sonnensystems in unmittelbarer Nähe zu sehen, jedoch bringen sie einem nichts. Denn dort ist nichts, außer dem Planeten selbst. Fliegt man hin und tickt einen Mond mit der Spitze eines Flügels an, explodiert man instantan.

Warum sämtliche Systeme dann auch noch gleich aufgebaut sind, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

Ach, ich könnte ewig so weiter machen und bin ganz froh, dass ich nur 10 Euro dafür gelatzt habe.
Ich habe ca. die Hälfte durch und bin leider nur wenig motiviert weiter zu spielen. Außerdem erinnert mich viel an den Film Titan AE, wo wenigstens noch ein cooler Gegenspieler dabei war...


Gegenbeispiel: Freelancer
Ja, immer wieder gerne als Referenz angeführt, ich sage mal warum: Cooler Held, ca 28 Jahre. Hoch gewachsen, stemmige Figur. Rauhe Stimme, alles andere and Naiv, mehr oder weniger namenlos. Klar hat er einen Namen, aber der ist so universell, dass er einem egal sein kann. Man weiß nichts über ihn, er lebt allein und macht Geschäfte. Keine Familie wird je im ganzen Spiel erwähnt. Die Frau die es im Spiel gibt ist äußerst lässig, sexy, frech und immer für einen guten / gemeinen Spruchzu haben (hier auch Gegensatz zu Darkstar).
Man wird langsam aber fortwährend in ein dickicht an Intrigen und Zweifeln hinein gezogen, bis es am Ende nach einer imposanten Flucht zu mehreren großen Endkämpfen kommt.
Das Universum ist ebenfalls riesig, man kann wenigstens einigermaßen vernünftig handeln und entdecken. Auf eigene Faust quer durchs Universum und überall sieht es anders aus.
Perfekte Vertonung (kenne selbst nur die englische Version) jeder einzelnen Person runden das ganze ab, die Leute deutscher Abstammung haben im Spiel sogar einen stark deutschen Akzent- sehr geil, und machen das Spiel so spannend wie der Film das Boot. Wer es nicht gespielt hat bisher, sollte es tun und sich von der mittlerweile rustikalen Grafik nicht abbringen lassen. Ein solches Weltraumerlebnis wird man so schnell nicht wieder bekommen!

Gruß
Timo

Kommentare:

Bartschinator hat gesagt…

Mal abgesehen von der, teilweise, vernichtenden Rechtschreibung und einigen mir völlig unbegreiflichen Argumentationsansätzen ein netter Artikel. Besonders hilfreich fand ich die Bemerkung übder den Patch 1.3 und die Budget-Version. Danach hab ich nämlich gesucht^^

Timo Birnschein hat gesagt…

Ja, Bartschinator (kenne ich dich irgendwoher?) der Artikel ist zugegebenermaßen etwas schnell runter geschrieben worden und teilweise auch nicht sonderlich gründlich korrektur gelesen.... ich entschuldige mich dafür :)